Abtreibung

… ist nichts, was uns mehr aufregt

Machen wir uns alle schuldig?

Ungeborenes


Vor kurzem hat mir eine junge Frau erzählt, wie schlecht es ihr geht: Schlafstörungen, Depression, mehrmals in psychiatrischer Behandlung. Auslöser war eine Abtreibung, die sie durchführen ließ. Das hat sie völlig aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht.

Abtreibung ist eigentlich kein Aufreger mehr. Als das Töten von Kindern im Mutterleib legalisiert wurde, gab es viele Diskussionen darüber. Inzwischen ist das kaum mehr ein Thema.

Machen wir uns alle schuldig, weil wir schweigen?

Weil wir es versäumen, junge Mädchen davor zu warnen, dass Schuld etwas ist, das sowohl den Körper als auch die Psyche extrem belasten kann?

Die Zahl der jährlichen Abtreibungen in Österreich wird auf ca. 50.000 geschätzt. Das entspricht der Einwohnerzahl von Vöcklabruck, Gmunden, Attnang-Puchheim und Ried zusammen. Das bedeutet, dass in unserem Land rein statistisch drei von vier Müttern einmal in ihrem Leben eine Schwangerschaft abbrechen. Weltweit wird von 42 Millionen Abtreibungen ausgegangen. Fünfmal die Einwohnerzahl von Österreich. Jedes einzelne Jahr.

Machen wir uns alle schuldig, weil wir schweigen?
Aus der Bibel wissen wir, dass ein Mensch mit dem Tod ja nicht einfach aufhört zu existieren. Auch diese Menschen nicht, nur weil sie pränatal gestorben sind. Werden sie uns vorwerfen, dass wir nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um so ein Vorgehen zu verhindern?

Angenommen, die Mutter von Ludwig van Beethoven hätte sich zur Abtreibung entschlossen. Die Liebhaber klassischer Musik würden sagen: undenkbar, was der Welt dadurch entgangen wäre!

Stellen Sie sich folgende Familiensituation vor: Die Frau ist mit dem 5.Kind schwanger, hat aber TB. Der Vater leidet an chronischem Schnupfen. Sie haben bereits vier Kinder: das erste Kind ist blind, das zweite schon gestorben, das dritte taub, und das vierte hat wie die Mutter TB.

Würden Sie in dem Fall zur Abtreibung raten?

Diese Mutter hat das Kind geboren. Und hat ihn Ludwig genannt. Ludwig van Beethoven.

Dabei ist es natürlich völlig egal, ob durch Abtreibung das Leben eines Ludwig van Beethoven oder eines Josef Meier verhindert wird: in jedem Fall ist das ein Eingriff in Gottes Schöpfung, der nicht zu rechtfertigen ist.

Was tun?
Ich schreib jetzt mal einfach diesen Artikel. Wenn jemand von Ihnen, liebe Leser, eine Idee hat, was wir in unserer Umgebung konkret tun könnten: schreiben Sie mir.

Auf der einen Seite geht es um Frauen, die vielleicht keinen Ausweg mehr wissen. Die nicht wissen, wie sie mit einem Kind leben sollen. Die veilleicht weder von dem Vater des Kindes noch von ihrer Familie Unterstützung erwarten können. Die vermutlich in der Situation nicht wirklich abschätzen können, was bei einer Abtreibung passiert.

Auf der anderen Seite geht es darum, dass bereits entstandenes Leben getötet wird! Die Füßchen auf dem Foto sind zwar klein, aber sie sind echt! Alles funktioniert! Ein Mensch, von Gott als Unikat geplant und gewollt!

Ich möchte nicht, dass die Generationen nach uns mal den Kopf schütteln und sagen: „Unglaublich, dass die Leute damals zu so etwas Barbarischem geschwiegen haben!“ Und ich will auch nicht, dass Gott mal sagt: „Im Jahr 2012 wurden in deiner Stadt so und so viele Kinder im Mutterleib getötet, und du hast nichts gesagt. Du bist mit schuld an ihrem Tod!“ Und selbstverständlich möchte ich auch nicht, dass Frauen vor einer Abtreibung sagen: "Wenn ich das gewusst hätte!" Und nach einer Abtreibung in ein Loch fallen und nicht wissen, dass bei Gott Vergebung und Liebe und Hilfe zu finden ist.

Werner Ludwig

PS: es ist ja nicht so, dass niemand was tut! Gott sei Dank! Folgende Seiten zeigen, dass bei uns in Österreich, aber auch in der Schweiz und in Deutschland Menschen nicht schweigen:

Aus Österreich empfehle ich folgende Seite:
http://www.es-gibt-alternativen.at/index-3.html
Hier findet man Berichte von betroffenen Frauen. Und Alternativen.

In der Schweiz erheben zwei Frauen ihre Stimme und schreiben: „Wenn durch diese Seite auch nur ein einziges ungeborenes Kind weniger abgetrieben wird, hat sich unsere Arbeit mehr als gelohnt.“ http://www.nein-zu-abtreibung.ch

In Deutschland setzen sich die für das Leben ein, deren Kollegen Abbrüche erst möglich machen:
http://www.aerzte-fuer-das-leben.de/
Eine Seite, die sehr viel Fachwissen vermittelt, mit Bilderserien, Vorträgen, Seminaren, Dokumenten. Und einer umfangreichen Linksammlung, die zeigt, dass noch viel mehr nicht schweigen!

Hier noch die Seite einer Selbsthilfegruppe:
http://www.rahel-ev.de/index.html
Auf der Startseite steht:

Abtreibung wird von unserer Gesellschaft vorher legalisiert und bagatellisiert.
- Und nachher?
Viele Frauen bedauern später die Tötung ihrer ungeborenen Kinder und würden sie gerne rückgängig machen. Trauer und Entäuschung - über sich selbst und andere - erleben die meisten Frauen nach einer Abtreibung.
Bei Rahel haben sich Frauen und Männer, die das Nachher erlebt - erlitten - haben, zusammengeschlossen.