Die Aussage der Bibel ist klar:

„Sammelt euch keine Schätze hier auf der Erde […]. Sammelt lieber Schätze bei Gott.“

(Mattäus, Kapitel 6, Vers 19+20)

Nicht so ganz klar definiert ist aber:

Ab wann beginnt man „Schätze auf der Erde zu sammeln“?

Ist ein Mittelklassewagen noch okay, oder kann ich nur einen Kleinwagen vertreten? Sammelt jemand Schätze, der ein eigenes Haus baut, oder ist nur eine eigene Wohnung vertretbar? Oder wohnt ein verantwortungsbewusster Christ gar in Miete? Ansparen für Zusatzpension: richtig oder falsch? Wie wird ein Mann aus Äthiopien „Schätze sammeln“ definieren, wie jemand aus den USA?
Wir merken: unheimlich schwer, abzugrenzen, ab wann „Besitz“ anfängt zum „Schatz“ zu werden.
Warum hat Gott da nicht für mehr Klarheit gesorgt?
Meiner Meinung nach: weil es nicht auf den „Schatz“ ankommt. Sondern auf das „Sammeln“. Wer sein Leben dazu verwendet, Besitz anzusammeln, der verpasst den eigentlichen Zweck seines Lebens. Egal, wie erfolgreich er sammelt: ob er Millionär wird oder kaum was auf die Seite legt: allein das Bestreben zum Sammeln kann ihn hindern, Schätze bei Gott zu sammeln.

Gott ist nicht generell gegen Besitz

„Und der Herr segnete Hiob mehr als zuvor, sodass er vierzehntausend Schafe bekam und sechstausend Kamele…“

(Hiob, Kapitel 42, Vers 12)

Aber: wer nach Besitz „strebt“, ist verhindert, Gott zu dienen

„Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen, Gott und dem Geld “

(Matthäus, Kapitel 6, Vers 24)

Der Apostel Paulus sagt das auch noch mal ausdrücklich:

„Wer reich werden möchte, gerät in Versuchung. “

(1.Brief an Timotheus, Kapitel 6, Vers 9)

Gott schenkt uns „Schätze“

2,1 Milliarden Menschen (ca. ein Drittel der Weltbevölkerung) haben weniger als 2 Dollar pro Tag zur Verfügung. Während es in unserem Land wohl kaum jemand gibt, der mit einem hungrigen Magen ins Bett gehen muss. Wir leben hier in einem Land, in dem zurzeit die meisten Menschen mehr haben, als sie zum (Über-)Leben brauchen.
Warum geht es uns besser als Menschen in Rumänien oder der Ukraine? Die Bibel erklärt es nicht. Aber sie stellt fest, dass es so ist und wer das regelt:

„Der Herr macht arm und reich “.

(1.Samuel, Kapitel 2, Vers7)

Was tun mit anvertrauten „Schätzen“?
Wer meint, sein Besitz sei zwingende Folge seiner eigenen Leistungen, der verkennt die Lage:

„Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz sind. Auch nicht ihre Hoffnung setzen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott. “

(1 Brief an Timotheus, Kapitel 6, Vers17)

Die richtige Einstellung: Das anvertraute Geld für Gott verwalten

„Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, andern behilflich sein. “
(1.Tim.6,V.18)

Selbst-Test: Sammeln Sie Schätze auf Erden? Oder bei Gott?

Zugegeben, das ist recht subjektiv. meine Meinung eben: Ein Indiz dafür, ob bei Ihnen das „Schätze sammeln auf Erden“ die Oberhand gewonnen hat über das „Schätze sammeln bei Gott“ ist, wie Sie das Geben vom  „Zehnten“ praktizieren. In Maleachi 3,8 kritisiert Gott, dass der zehnte Teil des Einkommens nicht gegeben wird. Natürlich kann man sagen: „Das steht im Alten Testament, gilt für Juden, nicht für Christen.“ Stimmt. Aber ist das nicht, wenn wir ganz ehrlich sind, eine versteckte Ausrede? Wenn Juden dazu angehalten werden, 10% zu geben, dann sollten Christen freiwillig mindestens diesen Betrag dem zurückgeben, dem eh alles gehört. Oder nicht? Nach einer Studie geben lediglich 9% der entschiedenen Christen in den USA den Zehnten, der Durchschnitt liegt bei 4,6% des Einkommens. Ich vermute, dass österreichische Christen nicht wesentlich besser abschneiden.

Dabei ist die Rechnung recht einfach: wer viel gibt, sammelt viele Schätze bei Gott

 

„Wer kärglich sät, wird kärglich ernten. Wer im Segen sät, wird im Segen ernten. “

(1. Brief an die Korinther, Kapitel 9, Vers6)

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Geben soll kein Zwang sein. Man kann sich auch nicht den Himmel verdienen. Aber man kann Gott eine Freude machen. Wenn die Einstellung stimmt:

„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. “

(2. Brief an die Korinther, Kapitel 9, Vers7)

Weil das Thema Geld sehr heikel ist, hab ich recht viele Bibelstellen angeführt. Trotzdem wäre dazu natürlich noch sehr viel zu sagen. Auch die Frage: wohin mit dem Zehnten? Als Faustregel gilt: die Verantwortlichen Ihrer Gemeinde haben sicher einen guten Überblick, wo in der örtlichen Gemeinde oder in Krisengebieten Finanzen nötig sind. Und können auch gewährleisten, dass die Gelder dort ankommen, wo sie ankommen sollen.