Ehe

Die Scheidungsrate in Österreich liegt bei über 50%. Das ist nur eine trockene Zahl, aber dahinter verstecken sich oft jahrelanger Streit, ungezählte Tränen, Verletzungen, zerstörtes Selbstwertgefühl usw. Und im schlimmsten Fall: Kinder, die durch Scheidung ein Elternteil verlieren, emotional hin- und hergerissen werden und an dieser Last oft ihr ganzes weiteres Leben zu tragen haben.

Dabei sagt Gott recht unmissverständlich:

„Ich hasse es, wenn einer seine Frau verstößt. Wer so etwas tut, begeht ein Verbrechen.“

(Maleachi, Kapitel 2, Vers 16)

Woher kommt es, dass glückliche Ehen die Ausnahme zu sein scheinen? Wie kann Ehe gelingen?
Wär schön, wenn es da ein Patentrezept geben würde, dass man einfach befolgt, und dann passt alles. Das Leben ist komplizierter. Jeder Mensch ist eine eigene Persönlichkeit. Wenn zwei Menschen zusammenkommen, dann treffen zwei eigenständige Persönlichkeiten aufeinander, mit jeweils besonderen Eigenheiten. Jede Konstellation ist anders.
Obwohl ich das weiß, will ich drei grundlegende Punkte nennen, die meiner Meinung nach die Grundlage einer geglückten Ehe bilden müssen.

1)    „in guten wie in schlechten Tagen“

Dieser Ausschnitt aus dem Versprechen, das man sich in der Regel bei der kirchlichen Trauung gibt, spricht eine wichtige Tatsache an: es gibt nicht nur „gute“ Tage. Das Wetter ist auch nicht nur „schön“, sondern er fällt mal Regen. Wir nennen das „schlechtes Wetter“, in Wirklichkeit würde ohne Regen alles vertrocknen. In einer Beziehung gibt es auch Zeiten, die wir als „schlecht“ beschreiben würden. Aber auch da: auch solche Zeiten sind wichtig, damit unsere Beziehung nicht vertrocknet. Sie hilft, dass wir uns neu aufeinander einstellen. Dass wir nicht festgefahren werden, sondern flexibel die Bedürfnisse des andern wahrnehmen und darauf reagieren.

2)    „…bis dass der Tod uns scheidet…“

Wer in den „schlechten Tagen“ aufgibt, der bricht nicht nur ein Versprechen, sondern der bringt sich um eine große Chance. Jesus sagt: „Was Gott zusammengefügt hat, sollen Menschen nicht scheiden.“ (Matthäus-Evangelium, Kap.19, Vers 6).  Was Gott zusammengefügt hat, gehört zusammen. Er hat sie zusammengefügt, weil sie zusammenpassen. Wenn es ständig kracht, will er, dass beide daran arbeiten und sich gegenseitig helfen bei der Veränderung. Nur wer sich vom andern in frage stellen lässt, wird in der Persönlichkeit reifen. Reifung kann weh tun. Aber sie ist Gottes Plan für uns.

Ehering tauschenIch will nicht verschweigen, dass es hier eine Grenze gibt: wenn ein Partner Gewalt anwendet, psychisch oder physisch, dann rate ich zur Trennung. Um zu schützen. Und deutlich zu machen, dass es so nicht geht. Ziel muss es sein, gemeinsam Wege zu erarbeiten und einzuüben, die wieder ein Eheleben ermöglichen, das Gott ehrt.

3)     Gott sagt den Frauen: „Ordnet euch euren Männern unter, so wie ihr euch dem Herrn unterordnet!

(Epheserbrief, Kap.5, Vers 22)
Zugegeben: Unterordnung lässt sich missbrauchen. Manche Männer entwickeln ein Macho-Gehabe, das diese Anordnung der Bibel in Misskredit bringt. Deshalb haben mir auch schon viele Frauen gesagt: „Ich würde mich gerne einem Mann unterordnen. Aber nicht meinem Mann! Er ist so fies und wird so viele falsche Entscheidungen treffen. Ich kann sie einfach nicht akzeptieren!“ Meine Antwort: „Sagen Sie Ihrem Mann, wenn Sie etwas fies finden. Sagen Sie ihm, wenn Sie eine Entscheidung falsch finden. Aber sagen Sie ihm auch: Gott will, dass ich mich dir unterstelle, wie ich mich Jesus unterstelle. Deshalb werde ich deine Entscheidung mittragen.“ Und wissen Sie was? Sie werden erleben, dass Ihr Mann das tun wird, was Gott den Männern befiehlt:

4)     Gott sagt den Männern: „Liebt eure Frauen, so wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Er hat sein Leben für sie gegeben.“

(Epheserbrief, Kap.5, Vers 26)
Hier höre ich oft dasselbe Argument wie oben bei den Frauen: ich möchte meine Frau ja lieben. Aber sie stellt sich so oft gegen mich, dass mir das einfach unmöglich ist.“ Merken Sie diesen Kreislauf: der Frau fällt es schwer, sich ihrem Mann zu unterstellen, weil sie sich nicht geliebt fühlt. Ihm fällt es schwer, sie zu lieben, weil er die Akzeptanz vermisst.
Deshalb mein Rat: unterbrechen Sie diesen Kreislauf einseitig. Tun Sie einfach, was Gott sagt. Gott wird das segnen. Selbst wenn es bei Ihrem Partner keine Änderung bewirkt, was mich überraschen würde: aber Gott wird Sie segnen!

Die Erfindung der Ehe ist ein unglaubliches Geschenk von Gott: da ist eine Person, die versprochen hat, mit mir alt zu werden. Auch wenn Arbeitslosigkeit zuschlägt, wenn Krankheit beschwert, wenn Depression drückt, wenn alle andern sich abwenden: ich hab immer jemand, der zu mir steht: mein Ehepartner. Ich kann mich auf ihn verlassen. Und er sich auf mich. Ein Stück Himmel auf Erden!

Mit dem Auto muss man jedes Jahr Pickerl machen: um systematisch abzuchecken, ob alles passt. Ich empfehle einen regelmäßigen „Ehe-TÜV“: an einigen Abenden oder einem Wochenende ganz entspannt als Ehepaar die verschiedenen Bereiche abklopfen. Wie geht es unserer Kommunikation? Weiß ich, was den andern beschäftigt, belastet, freut? Ist unsere Sexualität in der Ehe befriedigend? Wie läuft unsere Erziehungsarbeit usw.

Wir empfehlen gerne Seminare oder Material für so einen „Ehe-TÜV“.

Ansonsten gilt: wenn Sie spezielle Fragen zu Ihrer Ehebeziehung haben oder einfach mal mit jemand darüber reden wollen: schicken Sie uns einfach ein Mail.