Existiert Gott wirklich?

von DI. Karl Stibleichinger

"Ich bin in den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen",
so ähnlich waren die (ihm von der Sowjetpropaganda in den Mund gelegten) Worte des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin,  der am 12. April 1961 als erster Mensch die Erde umkreiste.

Dies führt uns zur ersten Frage, und zwar:

1. Kann man beweisen, dass es Gott nicht gibt?

Um nachzuweisen, dass es Gott nicht gibt, genügt es nicht, wie Juri Gagarin im Weltraum nachzusehen. Man müsste nicht nur jeden Winkel des Weltalls erforschen, sondern man müsste auch außerhalb der uns bekannten drei Raumdimensionen nachsehen, denn auch dort könnte Gott sein. Und man müsste überall gleichzeitig sein, denn vielleicht ist er einmal hier und einmal dort. Allgegenwärtig müsste man also sein.
Man müsste auch allwissend sein, andernfalls könnte man nie sicher sein, wirklich überall gründlich genug gesucht zu haben.
Aus diesen Überlegungen können wir folgenden interessanten Schluss ziehen:
Um zu beweisen, dass es Gott nicht gibt, müsste man selbst Gott gleich sein. Für Menschen ist es unmöglich zu beweisen, dass es Gott nicht gibt.

Ein Atheist befindet sich somit in der misslichen Lage, keine vernünftige Begründung und unmöglich einen Beweis für die Richtigkeit seiner Weltanschauung zu haben. Mehr noch:  Der Atheismus führt zu unhaltbaren Schlussfolgerungen :

Für den Atheisten muss die Welt und alles Leben ohne übernatürlichen Einfluss zufällig von selbst entstanden sein (Weltanschauung der Evolution, Evolutionismus). Wenn aber anstatt einer Intelligenz der Zufall hinter dem Universum steckt, dann hat niemand das menschliche Gehirn für den Zweck des Denkens entworfen. Dann sind Gedanken lediglich das Nebenprodukt einiger Atome im Schädel. Können wir dann darauf vertrauen, dass unser Denken wahr ist? Können wir aber unserem Denken nicht vertrauen, dann können wir ebenso den Argumenten, die zum Atheismus führen, nicht trauen, und wir haben somit keinen Grund, Atheisten zu sein, oder sonst irgend etwas. Wenn wir nicht an Gott glauben, dann können wir auch nicht an die Gedanken glauben; somit können wir nie unsere Gedanken benützen, um den Atheismus zu begründen.

Der Atheismus führt zwangsläufig zum Determinismus (d. h. der Auffassung, dass der Mensch in seinem Willen durch äußere oder innere Ursachen vorherbestimmt und nicht frei ist). Wenn unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen auf bloße chemische Reaktionen im Gehirn zurückzuführen sind, dann gibt es keinen freien Willen, dann tun wir alles, was immer wir tun, weil wir es tun müssen. Es würde somit kein Unterschied bestehen zwischen der Umarmung zweier Liebender und der Tat eines bösartigen Vergewaltigers, zwischen einem Arzt, der ein Menschenleben zu retten versucht, und einem Mörder, der aus einer Laune heraus, tötet. Beides wäre im Atheismus völlig gleich. Der Mensch hätte keinen freien Willen. Das ist kein Geheimnis, wie der Atheist und Evolutionist William Provine erklärt: „Lassen Sie mich meine Anschauungen über das, wovon die moderne Evolutionsbiologie laut und deutlich redet, zusammenfassen … Es gibt keine Götter, keinen Sinn, keine irgendwelchen zielgerichteten Kräfte. Es gibt kein Leben nach dem Tod. Wenn ich sterbe, bin ich absolut sicher, dass ich tot sein werde. Das ist für mich das Ende. Es gibt keine letztes Fundament für Moral, keinen letzten Sinn des Lebens und auch keinen freien menschlichen Willen.“[1]

Nachdem wir jetzt gesehen haben, dass man keineswegs beweisen kann, dass es Gott nicht gibt, wollen wir uns jetzt mit der gegenteiligen Frage auseinandersetzen, nämlich:

2. Kann man beweisen, dass es Gott gibt?

Die Unhaltbarkeit des Atheismus einsehend, bekennen sich viele Menschen zum Agnostizismus. Der Agnostiker verneint die Existenz eines Gottesbeweises; die Frage „Gibt es einen Gott?“ beantwortet der Agnostiker nicht mit „ja“ oder „nein“, sondern mit „ich weiß es nicht“, „es ist nicht geklärt“ oder „es ist nicht beantwortbar“. Doch in der Bibel, im Brief des Apostels Paulus an die Römer, finden wir folgende bemerkenswerte Aussage:

„Denn sein [Gottes] unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so dass sie [die Menschen] keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie Gott kannten, haben sie ihn weder als Gott verherrlicht noch ihm gedankt“.
(Brief an die Römer 1, 20)

Da ist die Rede davon, dass an der Schöpfung für die Menschen erkennbar ist, dass es einen Gott gibt. So eindeutig erkennbar, dass es sogar unentschuldbar ist, ihn zu ignorieren. Die Schöpfung enthält also die Belege für die Existenz Gottes, sowohl für den Ureinwohner in Papua Neuguinea als auch den Universitätsprofessor zu Oxford.

 Die Schöpfung – Beweis für die Existenz eines Gottes

Wir wollen zunächst ein paar dieser Gottesbeweise in der Schöpfung betrachten. Bereits die Existenz des Lebens wäre Beweis genug für einen Schöpfer, denn „Leben kann nur aus Leben kommen“, wie Louis Pasteur behauptete und in Experimenten nachwies. Obgleich dieses eherne Gesetz bis heute die Basis für die Biowissenschaften ist, genießt es nicht den Rang eines Naturgesetzes. Daher werden wir im folgenden Abschnitt Beweise wählen, wo die konsequente Anwendung von anerkannten Naturgesetzen die Existenz eines Schöpfers fordert.

 

2.1. Beweise für die Existenz Gottes aufgrund der Naturgesetze

2.1.1. Die genetische Information in den Zellen

Ein zentraler Faktor alles Lebendigen ist Information. Der Informatiker Werner Gitt konnte aufgrund der von ihm formulierten geltenden Naturgesetze der Information zeigen, dass jede neue Information letztendlich auf „einen intelligenten und mit Willen ausgestatteten Sender“ zurückgeht [2]. Die in jeder Zelle enthaltene Herstellungs- und Betriebsinformation unterliegt zwangsläufig diesen Gesetzen der Informationstheorie und geht deshalb letzten Endes auf einen intelligenten Sender zurück. Da in der materiellen Welt niemand und nichts für diese Rolle in Frage kommt, muss dieser Sender außerhalb der materiellen Welt liegen; daraus folgt: der unfassbar intelligente Sender der in den Zellen angetroffenen Informationen ist Gott.

2.1.2. Das Universum hat einen Anfang

Durch den Fortschritt in den Naturwissenschaften wie Physik, Astronomie, Chemie und Biologie gewinnt die Menschheit Erkenntnisse, sodass die Frage nach der Existenz Gottes eindeutig mit „ja“ beantwortet werden kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer wieder Naturwissenschafter durch ihre Arbeit zum Glauben an Gott kommen.
    Aller Naturwissenschaft liegt das Kausalgesetz zu Grunde, d. i. jenes metaphysische Gesetz, wonach gilt:
i) Jedes Ereignis hat eine Ursache.
ii) Unter den gleichen Umständen hat dieselbe Ursache stets dieselbe Wirkung.
Lediglich im atomaren Bereich gibt es Prozesse, bei denen wir zur Zeit nicht wissen, was die auslösende Ursache ist. Dass wir die Ursache noch nicht kennen, ist aber noch kein Beleg dafür, dass das Gesetz von Ursache und Wirkung verletzt ist. So können wir nur sagen: Es ist bis heute kein Beispiel bekannt, wo das Kausalgesetz verletzt wäre.
Das Kausalgesetz besagt also: Alles, was einen Anfang hat, hat eine Ursache. Wir können auf jede Ursache wieder das Gesetz anwenden und sagen: Entweder hat auch die Ursache ihrerseits wieder eine Ursache oder sie hat keine Ursache mehr, sie hat dann auch keinen Anfang und ist ewig.

Alle Vorgänge in der Natur folgen außerdem den verschiedenen Naturgesetzen, wie wie den schon erwähnten Naturgesetzen der Information, dem Gravitationsgesetz oder den Hauptsätzen der Thermodynamik. Der erste („Energieerhaltungssatz“) und der zweite Hauptsatz („Entropiesatz“) zusammen erfordern, dass das Universum einen Anfang hatte, jenen Zeitpunkt, von dem an die Entropie (= Maß für die Unordnung eines Systems) zu wachsen begann. Seit seinem Anfang laufen die Vorgänge im Universum vergleichsweise wie in einer Uhr, die einmal aufgezogen wurde, ab, wobei die nutzbare Energie in nicht nutzbare Wärmenergie umgewandelt wird. Theoretisch strebt das Universum dem Wärmetod entgegen, wobei die Sterne ausbrennen, die Umdrehungsgeschwindigkeiten der Himmelskörper abnehmen, die Ordnungen zerfallen usw., bis schließlich die Temperatur überall im Universum gleich hoch ist und jegliche Ordnung dem Chaos gewichen ist.

Wenn das Universum aber seinen Anfang hatte, dann hatte es gemäß dem Kausalgesetz eine Ursache. Die Ursache für das Universum muss nicht-materiell gewesen sein, andernfalls hätte die Ursache denselben Gesetzen des Zerfalls unterlegen. Dann hätte die Ursache ihrerseits wiederum einen Anfang gehabt usw., die Kette von Ursache und Wirkung würde also ohne Ende weitergehen. Daher muss die Ursache für den Anfang des Universums immateriell gewesen sein, also geistlich, außerhalb von Raum, Materie und Zeit, sodass sie nicht dem Gesetz des Zerfalls unterlag und keinen Anfang hatte. Die Ursache - oder besser der Urheber des Universums - muss ewiger Geist und unbegreiflich mächtig sein.
Die Frage „Wer erschuf Gott?“ ist unberechtigt. Da Gott per definitionem ewig ist, hat er keinen Anfang und somit auch keine Ursache.

Die Frage nach dem Ursprung des Universums ist nicht natürlich (naturalistisch) erklärbar. In dem von den Naturgesetzen gesteckten Rahmen ist die spontane Entstehung eines Universums völlig ausgeschlossen, sodass nur eine übernatürliche (supranaturalistische) Erklärung möglich ist. Die meisten Naturwissenschaftler haben sich jedoch - freiwillig oder zwangsweise - der Philosophie des Naturalismus unterworfen und lehnen deshalb eine übernatürliche oder immaterielle (geistliche) Erklärung ab. Dies wird durch das Bekenntnis führender Evolutionisten deutlich. So spricht Richard Lewontin z. B. von einer im Vorfeld dem Materialismus gegenüber eingegangenen Verpflichtung, die ihn und seine Kollegen dazu zwinge, materielle Erklärungen zu liefern, egal wie rätselhaft diese dem Laien auch erscheinen mögen; dieser Materialismus sei absolut, weil man „keinen göttlichen Fuß in die Tür lassen“ könne [3]. Sollte ein wahrer Naturwissenschaftler nicht vielmehr nach der Wahrheit über die Natur forschen anstatt nach naturalistischen Erklärungen?

Wir können festhalten:

Die Naturgesetze konsequent zu Ende gedacht fordern die Existenz eines immateriellen ewigen Schöpfers [4].

Existenz und Wesen der Schöpfung belegen die Existenz eines Schöpfers. Im nächsten Abschnitt werden wir nun zeigen, dass auch die Existenz der Bibel die Existenz des Schöpfers beweist. Ein Ergebnis in diesem Abschnitt wird ebenfalls sein, dass die Bibel das unfehlbare Wort des Schöpfers ist.

2.2. Beweis der Existenz Gottes aufgrund der Bibel

Bis hierher konnte gezeigt werden, dass es einen Schöpfergott geben muss. Aus Berichten von Forschern und Missionaren weiß man, dass in allen Völkern und Kulturen überliefertes Wissen über einen höchsten Schöpfergott vorhanden war bzw. ist, bei den Inkas genauso wie bei den afrikanischen Eingeborenen, in Asien genauso wie in Australien. Dieses Wissen von einem Schöpfer ist jedoch unterdrückt und verdrängt worden, wie es die Bibel im ersten Kapitel des Römerbriefes beschreibt. Auch bei den antiken Griechen war offensichtlich dieses Wissen um die Existenz eines höchsten Schöpfergottes da. Als zu Beginn des 6. Jhd. v. Chr. in Athen die Pest wütete, wurde auf Initiative des berühmten Philosophen Epimenides dem höchsten Gott ein Altar errichtet mit der Aufschrift „Dem unbekannten Gott“ (griech. agnosto Theo). Die Pest nahm daraufhin tatsächlich ein Ende. Sechs Jahrhunderte später nimmt der Apostel Paulus in Athen darauf Bezug, wenn er sagt:
 „Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten bedacht seid! Denn als ich umher ging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: »Dem unbekannten Gott«. Nun verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen. Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind (...) Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweg gesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat“.   (Apostelgeschichte 17,22-31)

Ist die Behauptung des Apostels wahr, dann ist einzig und allein der Gott der Bibel der Schöpfer der Welt und alle anderen Götter keine Götter, sondern nur Geschöpfe oder menschliche Phantasien. Und dann haben alle Menschen, die es in ihrem Leben versäumt haben, ihn anzubeten, ein Riesenproblem. Wir wollen deshalb der Frage nachgehen, ob die Bibel korrekt ist. Wenn gezeigt werden könnte, dass die Bibel korrekt ist, dann wäre insbesondere auch bewiesen, dass der Gott der Bibel tatsächlich der Schöpfer der Welt ist.

 Die Bibel – das zuverlässigste literarische Werk der Menschheitsgeschichte

 

2.2.1. Der prophetisch-mathematische Gottesbeweis

In der Bibel findet man 3268 Prophetien, die sich bis jetzt erfüllt haben. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich 3268 Prophetien zufällig erfüllen, beträgt etwa 1:10984 und ist somit praktisch null [5].
Wenn die Bibel in ihren prophetischen Aussagen richtig ist, muss sie von Gott sein. Denn kein Mensch ist zur Formulierung von Prophetien fähig, die sich dann ausnahmslos erfüllen.
Da Prophetie einen großen Teil der Bibel einnimmt, liegt es nahe, dass damit auch der Rest der Bibel wahr ist [6].

Wenn die Bibel wahr ist, dann ergeben sich von ihrem Inhalt her noch weitere Erkenntnisse, nämlich:
  • Der Autor der Bibel ist der allmächtige und allwissende Gott.
  • Es gibt keinen anderen Gott als den Gott der Bibel.

2.2.2 Transzendentale Argumente

Der prophetisch-mathematische Gottesbeweis war, dass die Bibel ihrer prophetischen Treffsicherheit wegen von Gott sein muss. Die Bibel muss aber noch aus einem anderen Grund Gottes Wort sein: Aufgrund der Bibel lassen sich die Bedingungen der Erkenntnisfähigkeit oder des Wissens begründen. Ohne göttliche Offenbarung, wie sie mit der Bibel gegeben ist, lassen sich diese Bedingungen nicht rechtfertigen.

Die wichtigsten Bedingungen, um etwas wissen zu können, sind
  • die Gleichförmigkeit der Natur,
  • die Gesetze der Logik,
  • eine absolute Moral,
  • die Verlässlichkeit der Sinne und des Gedächtnisses u. a.

Die Gleichförmigkeit der Naturvorgänge lässt sich nicht durch die menschliche Erfahrung begründen [7]. Das Argument „Da es seit Menschengedenken so war, wird es auch in Zukunft so sein“ ist ungültig, weil es bereits die Gleichförmigkeit voraussetzt, um die Gleichförmigkeit zu begründen. Und die Gesetze der Logik sind weder menschliche Konventionen noch chemische Reaktionen des menschlichen Gehirns noch die Beschreibung seiner Denkweise. Warum gibt es die Gesetze der Logik? Warum können zwei widersprechende Aussagen nicht gleichzeitig wahr sein? Eine absolute Moral schließlich lässt sich aus der Beschreibung der Art und Weise, wie die Dinge sind, nicht ableiten: vom „Ist“ zum „Soll“ führt kein Weg [8]. Wenn wir die Bedingungen des Wissens jedoch nicht begründen können, sodass sie nur willkürliche Annahmen sind, können wir unseres Wissens nicht gewiss sein.

Dagegen haben wir in der Bibel die Begründungen, warum die Bedingungen des Wissens gelten. Aus der Bibel wissen wir, dass sich die Natur in Zukunft so verhalten wird, wie es in der Vergangenheit der Fall war:
„Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht!“ (Genesis 8,22)
„So spricht der Herr: Wenn ihr meinen Bund betreffs des Tages und meinen Bund betreffs der Nacht aufheben könnt, so daß Tag und Nacht nicht mehr zu ihrer Zeit eintreten werden, dann wird auch mein Bund mit meinem Knecht David aufgehoben werden, so daß er keinen Sohn mehr habe, der auf seinem Thron regiere, und mit den Leviten, den Priestern, daß sie nicht mehr meine Diener seien.“  (Jeremia 33, 20-21)
„dieser [der Sohn Gottes] … trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft “ (Brief an die Hebräer 1,3)

Der Gott der Bibel ist ein Gott der Ordnung [9], sodass wir berechtigterweise davon ausgehen können, dass sich seine Schöpfung ebenso ordnungsgemäß verhält. Wenn dagegen Zeus und seine Götterversammlung das Universum dirigierten, hätten wir keinen Grund zur Annahme einer sich gleichförmig verhaltenden Natur, wie sie sich beispielsweise in den Bewegungen der Himmelskörper zeigt. Und nur unter der Annahme der Gleichförmigkeit kann die Naturwissenschaft Naturgesetze aufstellen. Ebenso liefert die muslimische Theologie "... nicht die notwendigen Grundannahmen, auf denen man ein Wissenschaftsverständnis aufbauen könnte, das auf Beobachtungen beruht, die zur Formulierung von Naturgesetzen führen."[10]  Denn "... wenn Gott tut, was ihm gefällt, und wenn das was ihm gefällt, sich ändern kann, dann kann es sein, dass das Universum keinen Gesetzen unterworfen ist."[11]. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die experimentelle Wissenschaft unter dem Islam sowie im antiken Griechenland stagnierte. Doch auch in einer ohne Gott durch Evolution zufällig entstandenen Welt kann es keine Gleichförmigkeit geben, denn unter den geltenden Naturgesetzen ist die zufällige Entstehung des Universums und des Lebens unmöglich; die Natur hätte sich also früher anders verhalten müssen, die Naturvorgänge hätten in umgekehrter Richtung ablaufen müssen, vom Chaos zur Ordnung, und nicht wie wir es jetzt beobachten, gesetzmäßig von der Ordnung zur Unordnung.

Die Gesetze der Logik widerspiegeln die Weise wie Gott denkt. Gott hat uns einige Seiner Gedanken in Seinem Wort geoffenbart. Sein Denken und Reden ist widerspruchsfrei, einfach weil Er die Wahrheit in Person ist (Johannes-Evangelium 14,6) und sich selbst nicht verleugnen kann (2. Timotheusbrief 2,13).

Aus der Bibel wissen wir ferner, dass Gott den Menschen geschaffen hat. Deshalb kann auch nur Er die Moral festlegen, die Er uns ebenfalls in der Bibel offenbart.
    
Lehnt man jedoch den Anspruch der Bibel auf göttlichen Ursprung, ab, indem man die Bibel oder Teile davon als Menschenwort einstuft, dann steht man ohne eine Letztbegründung der genannten Bedingungen des Wissens da.

Wir können somit festhalten:

Die Bibel muss das Wort Gottes sein, weil sie das sagt und weil man nichts wirklich wissen kann, wenn man diesen Anspruch der Bibel ablehnt.
Aus den obigen Überlegungen u. a. noch weitere Schlussfolgerungen:
  • Die biblische Weltanschauung ist die einzige konsistente Weltanschauung, welche die Bedingungen des Wissens rechtfertigen kann. Alle anderen Weltanschauungen sind irrational (unvernünftig), sie können für sich nicht bestehen, weil sie die Bedingungen des Wissens nicht begründen können.
  • Die Naturwissenschaft „tötet die Religion“ nicht - zumindest nicht die christliche, sie weist auf den Gott der Bibel hin (siehe Abschnitt 2.1) und sie kann nur betrieben werden, weil der biblische Gott existiert!

Das größte Problem der Menschheit und seine Lösung

Die Bibel ist somit das unfehlbare Wort Gottes und als solches auch der wahrheitsgemäße Bericht über Herkunft und Zukunft des Menschen.

Teil dieses Berichtes ist die schlechte Nachricht, dass der erste Mensch, Adam, gegen das Gebot Gottes rebellierte und Tod, Leid und Trennung von Gott in die Welt brachte. Das Ergebnis sehen wir überall um uns. Alle Nachkommen Adams sind vom Mutterleib an Sünder (Psalm 51,5) und leben auch selbst in Rebellion (Sünde) gegen Gott. Deshalb können sie nicht mit einem heiligen Gott zusammen leben, sondern sind dazu bestimmt, von Gott getrennt zu sein. Die Bibel sagt, dass alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen (Brief an die Römer 3,23). Und „sie werden dem ewigen Verderben ausgeliefert sein; für immer vom Herrn getrennt, ausgeschlossen aus seinem herrlichen Reich“ (2. Brief an die Thessalonicher 1,9).  

Aber die Bibel enthält auch die gute Nachricht, dass Gott etwas dagegen unternommen hat. „Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes-Evangelium 3,16). Jesus Christus, der Schöpfer, hat – obgleich vollkommen ohne Sünde – anstelle der Menschheit die Strafe für die Sünde erlitten, nämlich Tod und Trennung von Gott. Er tat das, um die berechtigten Ansprüche der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Seines Vaters, zu erfüllen. Jesus war das perfekte Opfer; Er starb an einem Kreuz, stand aber am dritten Tag wieder auf und besiegte den Tod, sodass alle, die umkehren und sich auf Ihn verlassen (anstatt auf ihren eigenen Verdienst), zu Gott zurück kommen und ewig mit ihrem Schöpfer leben können.

Nachwort

In diesem Beitrag wurde absichtlich auf subjektive Begründungen für die Existenz Gottes wie Gebetserhörungen, persönliche Erfahrungen oder Wunder verzichtet, sondern einer objektiven Auseinandersetzung und logischen Beweisführung der Vorrang eingeräumt. Dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Wahrheit der Bibel auch persönlich erfahren werden kann, wenn man sich darauf einlässt. Unzählige Menschen haben das erlebt und können davon berichten, wie sie Gott begegnet sind und Er ihr Leben verändert hat. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie man Friede mit Gott und ewiges Leben findet, nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Gerne können Sie auch bei uns das kostenlose Buch „Wenn Gott frei macht“ mit Erfahrungsberichten von Menschen aus unserer Region bestellen (solange der Vorrat reicht).

Fußnoten

[1]Provine, W.B., Origins Research 16(1), S. 9, 1994

[2]Gitt, Werner: Am Anfang war die Information, Hänssler Verlag, Holzgerlingen, 3. Auflage 2002, S. 141

[3]Engl. Originalfassung von Lewontin's Statement: http://creation.com/amazing-admission-lewontin-quote

[4]Um diese zwingende Schlussfolgerung zu umgehen, wird von den atheistischen Wissenschaftern ein "Aussetzen der Naturgesetze zu Beginn des Universums“ erfunden. Die einzige Begründung für diese Annahme ist, ohne Gott auszukommen, durch nichts sonst lässt sich diese Annahme rechtfertigen.

[5]Für eine ausführliche Berechnung des Wahrscheinlichkeitswertes siehe Gitt, W., So steht's geschrieben, CLV, Bielefeld, 8. Auflage 2008, 255 Seiten

[6]So wurden auch die historischen Berichte der Bibel - soweit dies bis heute möglich war - durch die Archäologie bereits als korrekt nachgewiesen.

[7]Damit ist nicht die Gleichförmigkeit der Bedingungen (d. i. Uniformitarianismus, Aktualismus) gemeint, sondern die Unabhängigkeit der Naturgesetze, der alle natürlichen Vorgängen unterliegen, von Raum und Zeit, sodass ein Experiment bei der Wiederholung unter den gleichen Bedingungen stets gleich ausgeht. Die Gleichförmigkeit der Natur ist Voraussetzung, dass in der Naturwissenschaft überhaupt Vorhersagen gemacht werden können. Sie lässt sich empirisch, d. h. durch Erfahrung, nicht rechtfertigen. Nach dem Philosophen David Hume ist es eine Gewöhnung des Menschen, der erwartet, das zukünftige Ereignisse den bereits beobachteten gleich oder zumindest ähnlich sind.

[8]Humes Gesetz, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Humes_Gesetz

[9]vgl. 1. Brief an die Korinther 14,33

[10]Noebel, David. A.: Kampf um Wahrheit: Die bedeutendsten Weltanschauungen im Vergleich, Resch Verlag, Gräfelfing, 1. Auflage 2007, S. 171

[11]Stark, R.: For the Glory of God, Princeton University Press, 2003, S. 154. Zitiert nach: Noebel, David. A.: Kampf um Wahrheit: Die bedeutendsten Weltanschauungen im Vergleich, Resch Verlag, Gräfelfing, 1. Auflage 2007, S. 171

Literatur- und Quellennachweis

Gitt, Werner: Am Anfang war die Information, Hänssler Verlag, Holzgerlingen, 3. Auflage 2002

Gitt, Werner: So steht's geschrieben, CLV, Bielefeld, 8. Auflage 2008, 255 S.

Lisle, Jason: The Ultimate Proof of Creation, Master Books, Green Forest, 3. Aufl. 2010, 254 S.

Noebel, David. A.: Kampf um Wahrheit: Die bedeutendsten Weltanschauungen im Vergleich, Resch Verlag, Gräfelfing, 1. Auflage 2007, 502 S.